Nahrungsergänzungsmittel – Anwendung – Dosierung – Einnahme

Nahrungsergänzungsmittel sind Produkte, die in konzentrierter Form und in hoher Dosierung ein Zusatzangebot an Nährstoffen bieten.

 

Brauchen Sie Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel finden sich in vielen Formen wieder. Mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherte Shakes, Vitaminkapseln für die tägliche Versorgung und Trinkampullen; sie alle versprechen dem Konsumenten eine gute Gesundheit und geben ihm das Gefühl mit wichtigen Nährstoffen rundum gut versorgt zu sein. Aber brauchen wir das alles, oder sind Nahrungsergänzungsmittel eventuell zu viel des Guten, da unser Angebot an Nahrungsmitteln sowieso so vielfältig ist wie noch nie? Und stimmt es, dass unsere Böden ausgelaugt sind und wir uns daher gar nicht mehr vollwertig und umfänglich mit den nötigen Stoffen versorgen können?
Diese Fragen lassen sich nicht ganz einheitlich beantworten. Grundsätzlich herrscht in Deutschland kein Mangel an Nährstoffen. Aber es gibt Ausnahmen von dieser Aussage und in diesem Falle handelt es sich um Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf die zusätzliche Einnahme bestimmter Nahrungsergänzungsmittel angewiesen sind. Es stimmt aber auch, dass in der Regel die Versorgung mit den vorhandenen Nahrungsmitteln ausreicht, vorausgesetzt, die Ernährung wird abwechslungsreich gestaltet und es werden auch viele biologisch angebaute Gemüse verzehrt, die eine höhere Nährstoffdichte haben als die aus konventionellem Anbau. Angesichts dieser widersprüchlichen Aussagen, wird die Verwirrung um die Notwendigkeit von Nahrungsergänzungsmitteln klarer. Wir wollen hier einen umfassenden Überblick über das Thema Nahrungsergänzungsmittel geben.
Da die Unsicherheit rund um das Thema Unterversorgung mit bestimmten Stoffen recht groß ist, werden alleine in Deutschland von Verbrauchern jährlich mehr als eine Milliarde Euro für die Produkte aus dem Bereich Nahrungsmittelergänzung ausgegeben. Das Problem dabei ist, dass sich ohne eine medizinisch fundierte Begleitung, viele Fehler beim Gebrauch von Nahrungsergänzungsmitteln einstellen können. Für die meisten Anwender ist der Kauf von den Produkten nutzlos, wenn nicht gar schädlich. Es kann durch Unwissenheit zu Überdosierungen kommen, die dann schädlich für die Gesundheit werden. Oder es kann zu unbeabsichtigten Wechselwirkungen mit Medikamenten kommen, im schlimmsten Falle macht ein Nahrungsergänzungsmittel das Medikament unwirksam. So ist zum Beispiel bekannt, dass Johanniskraut, das bei Verstimmungen als natürliches Antidepressivum eingesetzt wird, die Wirkung der Pille aufhebt.
Dennoch kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln für bestimmte Risikogruppen durchaus sinnvoll sein, zum Beispiel dann, wenn sie aufgrund einer Erkrankung oder Störung, die wichtigen Stoffe aus der Nahrung nicht mehr richtig aufnehmen können. Auch nach einer langen Krankheit in der Regenerationsphase oder zur unterstützenden Behandlung während einer Krankheit, kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sehr sinnvoll sein. Wir zeigen hier den Nutzen und die Gefahr von Nahrungsergänzungsmitteln und klären auf, für wen eine Einnahme geeignet ist.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel

In Deutschland ist über das Gesetz genau definiert, was unter den Begriff Nahrungsergänzungsmittel fällt. Die folgenden Merkmale weisen ein Nahrungsergänzungsmittel aus:

  • Nahrungsergänzungsmittel zählen zu den Lebensmitteln
  • Sie ergänzen die Ernährung und sind nicht für den alleinigen Gebrauch bestimmt
  • Sie bestehen aus Vitaminen und/oder Mineralstoffen
  • Sie sind sehr konzentriert
  • Sie haben eine ernährungsspezifische Wirkung
  • Sie sollen in einer bestimmten Dosierung verabreicht werden

Ganz wichtig in diesem Zusammenhang ist die Aussage, dass es sich bei den Produkten nur um eine Ergänzung zu der täglichen Ernährung handelt. Wer von der Gabe eines bestimmten Vitaminpräparates oder der Gabe von zusätzlichen Mineralstoffen profitiert, das hängt von vielen individuellen Umständen ab. Ganz wichtig sind hierbei die sonstigen Ernährungsgewohnheiten des Verbrauchers. Ist die Ernährung im Allgemeinen ausgewogen und entspricht den Richtlinien einer ganzheitlichen und guten Versorgung oder ist sie einseitig und es kommt so zu einer Mangelversorgung an bestimmten Stoffen? Wie ist der Lebensstil des Verbrauchers; ist er aktiv oder passiv? Wird geraucht oder viel Alkohol getrunken? Liegt eine chronische Erkrankung vor, die ein Mehr an konzentrierten Nährstoffen verlangt?

Eine geeignete und vielfältige Ernährung, die die Gesundheit unterstützt, ist leider auch heute, bei allem Angebot, noch immer nicht in allen Bevölkerungsgruppen vertreten.

Sind Nahrungsergänzungsmittel Arzneimittel?

Nahrungsergänzungsmittel werden als Tabletten oder Kapseln angeboten und haben eine sehr hohe Konzentration und Nährstoffdichte. Dennoch zählen sie nicht zu den Medikamenten, im Gegenteil, sie unterscheiden sich sogar deutlich von Arzneimitteln, sie fallen auch nicht unter das Arzneimittelgesetz. Sie dienen nämlich der Erhaltung der Gesundheit und nicht der Bekämpfung einer Krankheit oder der Heilung. Sie können auch keine Beschwerden lindern, Schmerzen nehmen, Krankheiten verhüten und ernsthafte Beschwerden beseitigen. Dies sind die Aufgaben von Arzneimitteln.

Nahrungsergänzungsmittel können auch in Drogerien oder über Online Märkte bezogen werden und man braucht kein vom Arzt ausgestelltes Rezept um sie kaufen zu können.

Nahrungsergänzungsmittel können aus rein pflanzlichen, aus tierischen und aus chemisch hergestellten Inhaltsstoffen bestehen. Oft werden sie im Rahmen von alternativmedizinischen Behandlungen, zum Beispiel vom Heilpraktiker, verordnet. Dennoch dürfen sie keine medizinische Wirkung aufweisen, um zugelassen zu werden. Wenn sie eine medizinische Wirkung haben, müssen sie als Arzneimittel eingestuft und zugelassen werden.

Welche Produkte zählen zu den Nahrungsergänzungsmitteln?

Unter Nahrungsergänzungsmitteln versteht man Produkte, die in konzentrierter Form und in hoher Dosierung ein Zusatzangebot an Nährstoffen, bieten. Dies sind bestimmte Vitamine und Mineralstoffe, aber auch Aminosäuren, Omega-3-Säuren und Enzyme. Die meisten Nahrungsergänzungsmitteln bestehen aus den folgenden Stoffen, entweder in alleiniger Form oder in gemischt zusammengesetzter Form:

  • Vitamine und Vitaminvorstufen (Provitamine): Vitamin C, Vitamin D3, Vitamine aus der Gruppe der B-Vitamine, Vitamin A, Betacarotin, Folsäure, Vitamin E
  • Spurenelemente und Mineralstoffe: Magnesium, Zink, Eisen, Calcium
  • Coenzym Q10
  • Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
  • Aminosäuren
  • Nährstoffe, die aus Aminosäuren hergestellt werden: L-Carnitin, L-Cystein
  • Enzyme
  • Ballaststoffe wie Oligofructose
  • Darmkulturen, wie Prä- und Probiotika

Da die Nahrungsergänzungsmittel sehr konzentriert sind, kann es zu einer Überdosierung oder zumindest zu einer falschen Dosierung kommen und der Körper nimmt dann wesentlich mehr der Stoffe auf, als beabsichtigt und sinnvoll ist. Das ist auch das grundsätzliche Problem bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln: Es gibt keine gesetzlich bestimmten und verbindlichen Höchstmengen für die individuelle Einnahme der Präparate. Es gibt bisher nur Empfehlungen, die vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) vorgenommen werden. In Planung ist aber auf EU- Ebene, Höchstmengenrichtlinien für Nahrungsergänzungsmittel auf den Weg zu bringen.

Nahrungsergänzungsmittel werden auch als Nahrungsergänzungsmittel gekennzeichnet, das heißt, dass das Etikett die Produkte auch genau so ausweisen muss. Hinzu kommen noch die Menge und die Dosis der Inhaltsstoffe, Empfehlungen zum täglichen Verzehr, die nicht überschritten werden dürfen, der Hinweis, dass es sich um eine Ergänzung zur Nahrung handelt und diese nicht ersetzt und die Warnung, die Produkte nicht in der Reichweite von Kindern aufzubewahren.

Hersteller dürfen nicht damit werben, dass das Produkt Krankheiten oder Beschwerden heilen, lindern oder vorbeugen kann. Dies ist nur Arzneimitteln vorbehalten. Daher werden Nahrungsergänzungsmitteln oft mit Hinweisen wie “ wird traditionell angewandt gegen …“, „zur Unterstützung der Abwehrkräfte“, „zur Anregung des Stoffwechsels“ oder „für die Gesunderhaltung der Gelenke“ beworben. Es handelt sich bei diesen Aussagen aber nicht um tatsächlich erwiesene Wirkungen, sondern um vage Formulierungen, die nicht sehr aussagekräftig für jeden Konsumenten sind.

Natürlich unterliegen Nahrungsergänzungsmittel auch gewissen Auflagen von Seiten der Behörden. Allerdings fallen diese nicht so weitreichend aus, wie bei zugelassenen Arzneimitteln. Nahrungsergänzungsmittel werden nur auf ihre Inhaltsangaben auf dem Etikett hin überprüft und dazu werden Stichproben zur Kontrolle vorgenommen. Das bedeutet, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht den gleichen strengen Qualitätskontrollen unterliegen wie die Arzneimittel und daher gibt es auch immer mal wieder schwarze Schafe unter den Stichproben. Hier ist besonders beim Kauf von Produkten über das Internet, die oft aus dem Ausland kommen, Vorsicht geboten.

Stimmt es, dass man Nahrungsergänzungsmittel braucht, um gesund zu bleiben?

Trotz immer wieder durch die Medien geisternden Berichten, dass die Böden in Deutschland ausgelaugt sind und die Nahrungsmittel daher nicht mehr wie früher die Nährstoffdichte aufweisen, kann man davon ausgehen, dass sich Menschen, die sich bewusst und ausgewogen ernähren, alle benötigten Inhaltsstoffe über die Nahrung aufnehmen. Es ist also in der Regel unnötig, hier zusätzlich Stoffe zuzuführen. Dennoch gibt es Situationen, bei denen es sich anbietet, die Ernährung um bestimmte Nahrungsergänzungsmittel zu erweitern, um Mangelzuständen vorzubeugen. Wichtig ist es nur zu wissen, dass Nahrungsergänzungsmittel keine Krankheiten heilen oder verhindern können.

In den folgenden Situationen bietet es sich an, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel zusätzlich einzunehmen:

  • Bei einer kalorienreduzierten Diät, da hierbei insgesamt auch die Aufnahme an lebenswichtigen Stoffen reduziert ist
  • Bei veganer Ernährung. Veganer beziehen zu wenig B12 und zu wenig Zink über ihre Nahrung
  • In den Herbst-und Wintermonaten ist eine zusätzliche Gabe von Vitamin D3 sinnvoll, um Mangelzuständen vorzubeugen
  • Bei oder nach längerer Krankheit ist ein Vitaminpräparat sinnvoll
  • Ergänzende Vitaminpräparate sind für Raucher empfohlen
  • In Absprache mit dem behandelnden Arzt in der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Für Leistungssportler

Die wichtigsten Nahrungsergänzungsmittel und ihre Anwendung

Vitamin C

Der Klassiker unter den Vitaminen bei den Nahrungsergänzungsmitteln ist sicher Vitamin C. Vitamin C hat den Ruf, die Abwehr zu stärken und sich positiv auf das Immunsystem auszuwirken. Unser Körper braucht Vitamin C für diverse Stoffwechselprozesse, zum Aufbau von Kollagen, für den Knochenapparat und die Zähne und es wirkt antioxidativ, was bedeutet, dass Vitamin C wirksam vor freien Radikalen schützt. Damit bekommt Vitamin C eine wichtige Rolle für den Schutz der Zellen und bewahrt den Körper so vor Schäden. Vitamin C sorgt auch dafür, dass das Eisen aus den Lebensmitteln besser verwertet wird und es wirkt gegen Nitrosamine, die krebsauslösend sein können. Ein gefährlicher Vitamin C Mangel kommt hierzulande nahezu nicht mehr vor, voraussichtlich, man bezieht Obst und Gemüse in seinen täglichen Speiseplan mit ein. Vitamin C Mangel bewirkt Zahnausfall, schlechte Wundheilung, Infektanfälligkeit und Gelenkschmerzen.

Wer braucht besonders viel Vitamin C und sollte auf eine ausreichende Zufuhr achten?

Raucher haben gegenüber Nichtrauchern weniger Vitamin C im Blut. Das liegt an den Stoffwechselverlusten durch das Rauchen. Dadurch haben sie einen erhöhten Bedarf an Vitamin C, der bis zu 40% betragen kann. Die täglich empfohlene Vitamin C Zufuhr für Raucher und Raucherinnen liegt bei ca. 155 mg Vitamin C.

Vitamin D3

In letzter Zeit gibt es viele Diskussionen um das sogenannte Sonnenvitamin D3. Früher galt die Regel, dass man hierzulande gut mit Vitamin D versorgt ist, wenn man täglich für 10 Minuten Sonnenlicht an die Haut gelangen lässt. Vitamin D wird bis zu 90 % über die Sonne aufgenommen. Es können aber auch geringe Mengen von Vitamin D über die Nahrung (Eigelb, fetter Fisch, wie Lachs und Makrele, Leber) aufgenommen werden.

Vitamin D ist sehr wichtig für den Knochenaufbau und den Zahnerhalt. Mit Vitamin D wird einer Osteoporose vorgebeugt und es wird auch zur Behandlung der Erkrankung gegeben.

Wissenschaftliche Studien belegen aber noch wesentlich weitere Wirkungen des Sonnenvitamins, wie zum Beispiel eine präventive Wirkung vor Knochenbrüchen bei älteren Menschen. Umstritten, beziehungsweise wissenschaftlich nicht belegt sind die Aussagen, dass ein Vitamin D Mangel anfälliger für Depressionen macht, oder es gegen Krebs, Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen wirken soll.

Mediziner gehen davon aus, dass der Vitamin D Spiegel ausgeglichen ist, wenn man im Sommer viel draußen an der frischen Luft war. Allerdings ist der heute notwendige hohe Schutz vor UV-Strahlen durch das Sonnenlicht hier etwas kontraproduktiv, denn dann kann das Vitamin D seine Wirkung im Körper nicht mehr entfalten.

Daher wird geraten, den Vitamin D Spiegel vom Arzt überprüfen zu lassen, damit abgewogen werden kann, ob eine zusätzliche Gabe von Vitamin D notwendig ist. Ganz abzuraten ist von einer eigenständigen Gabe von Vitamin D, die sich auf keine Werte stützt, denn dies kann zu sehr gefährlichen Folgewirkungen führen. Ein zu hoher Vitamin D Spiegel kann Nierensteine auslösen und eine Nierenverkalkung bewirken.

Wer braucht besonders viel Vitamin D?

Die folgenden Personen- und Patienten-Gruppen haben ein erhöhtes Risiko, einen nachweislichen Vitamin D Mangel zu haben:

  • Senioren und Seniorinnen über 80 Jahre
  • Frauen nach der Menopause
  • Schichtarbeiter und Menschen, die Nachts arbeiten und tagsüber vorwiegend drinnen sind
  • Menschen, die keine Sonne an die Haut kommen lassen dürfen
  • Säuglinge

Bei diesen sogenannten Risikogruppen wird eine Supplementierung mit Vitamin D, die nur in Absprache mit einem behandelnden Arzt erfolgen sollte, gegeben werden. Für alle anderen Menschen ist eine zusätzliche Einnahme von Vitamin D nur dann erforderlich, wenn ein Vitamin D Mangel nachgewiesen wurde.

Folsäure

Folsäure, oder Vitamin B9 ist wichtig für den reibungslosen Ablauf von wichtigen Stoffwechselprozessen im Körper. Folsäure findet sich vor allem in grünem Blattgemüse. Ein Mangel an Folsäure wirkt sich negativ auf das Blutbild aus, es kann zu einer Blutarmut kommen. Besonders wichtig ist das Vitamin für Frauen mit Kinderwunsch und für Schwangere. In der Schwangerschaft kann ein Folsäuremangel zu schweren Missbildungen beim Ungeborenen führen. Aus diesem Grunde sorgt man am besten schon vor Eintritt einer Schwangerschaft für einen ausgewogenen Folsäurespiegel.

Magnesium

Der Mineralstoff Magnesium ist nicht mehr wegzudenken aus dem boomenden Markt an Nahrungsergänzungsmitteln. Magnesium ist wichtig für den Energiestoffwechsel. Wenn Magnesium fehlt, kann es zu sehr unangenehmen Krämpfen kommen, die jederzeit überall im Körper auftreten können. Wer sich allerdings vollwertig mit viel Gemüse Lebensmitteln aus Vollkorn ernährt, braucht keine zusätzlichen magnesiumhaltigen Nahrungsergänzungsmittel.

Wer hat einen erhöhten Magnesiumbedarf?

Senioren haben oft einen Magnesiummangel. Das liegt meist daran, dass sie Entwässerungsmittel und Abführmittel nehmen und so zu viel Flüssigkeit verlieren. Auch Menschen, die an der Alkoholsucht leiden, können einen Magnesiummangel haben. Ist ein Magnesiummangel festgestellt worden, so kann es sinnvoll sein, eine zusätzliche Einnahme von Magnesiumpräparaten zu erwägen. Aber auch hier ist Vorsicht geboten: Eine zu hohe Einnahme von Magnesium kann zu Durchfall und

zu einem Abfallen des Blutdrucks führen. Daher sollten Sie auch Magnesium nicht ohne eine medizinische Indikation einnehmen.

Kalzium

Kalzium ist der Stoff, der wichtig für den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen ist. Darüber hinaus wird Kalzium gebraucht für eine gute Funktion der Muskeln und der Nerven. Auch für die Blutgerinnung ist Kalzium wichtig.

Kalzium kommt in vielen Lebensmitteln auf natürliche Weise vor. Besonders Kalziumreich sind Milchprodukte. Wer sich also ganzheitlich ernährt, braucht sich keine Sorgen um eine Unterversorgung mit Kalzium zu machen.

Von künstlichen Kalziumprodukten wird abgeraten, da sie häufig eine zu hohe Dosierung aufweisen, was zu Gefäßverkalkung und Nierensteinen führen kann. Veganer oder Menschen mit einer ausgewiesenen Laktoseintoleranz können einen Kalziummangel haben. Auch Frauen, die die Menopause erreicht haben oder Menschen die das 65. Lebensjahr überschritten haben. Für diese Risikogruppen ist in Absprache mit dem behandelnden Arzt eine zusätzliche Gabe von Kalzium angezeigt, wenn sie nicht genug Kalzium mit der Nahrung aufnehmen.

Omega-3-Fettsäuren

Einen ähnlichen Megatrend wie Vitamin D haben auch die sogenannten Omega-3-Fettsäuren in letzter Zeit ausgelöst. Omega-3-Fettsäuren sind in Fischöl enthalten. Nachgesagt wird dem Stoff viele gute Eigenschaften für die Gesundheit, bewiesen sind davon nur wenige. So soll die Einnahme von Omega 3 Fettsäuren vorbeugend gegen den Herzinfarkt wirken und vor drohenden Schlaganfällen schützen. Darüber hinaus soll es helfen, die Konzentration zu steigern und Demenz vorbeugen. Sogar eine gewisse Wirkung gegen Krebserkrankungen wird der Fettsäure nachgesagt.

Diese Wunderwirkungen gehören aber eher in den Bereich des Marketings, denn wissenschaftlich ist davon nichts bewiesen. Allerdings wirken die Fettsäuren positiv regulierend auf den Blutdruck und können zu einer guten Sehkraft und Herzfunktion beitragen.

Auch bei Omega-3-Fettsäuren gilt: weniger ist mehr und Vorsicht vor Überdosierung! Es können unangenehme Nebenwirkungen auftreten. Omega-3-Fettsäuren können als Arzneimittel verschrieben werden, wer sich aber gesund und abwechslungsreich ernährt, braucht keine Omega-3-haltigen Ergänzungsmittel.

Zink

Zink gehört wie Vitamin C zu den Nahrungsergänzungsmitteln, deren Beliebtheit in der Grippe- und Erkältungssaison zunimmt. Der Grund: Zinkpräparate sollen dabei helfen, das Immunsystem zu stärken. Zink gehört zu den lebenswichtigen Stoffen, die wir für unser Überleben brauchen. Zink gehört zu den Spurenelementen. Zink ist an sehr vielen Prozessen im Körper beteiligt und eine gute Versorgung mit Zink ist wichtig für ein gut funktionierendes Immunsystem.

Da Zink aber auf natürliche Weise in sehr vielen Lebensmitteln vorkommt und wir schon mit einer geringen Menge gut versorgt sind mit Zink, braucht man es nicht extra zuzuführen. Zink sollte auch nie zu viel zugeführt werden, denn eine Überdosierung kann dazu führen, dass sich Vergiftungserscheinungen einstellen und es kann die Blutkörperchen verändern.

Zink wird aufgenommen über Fleisch, Käse, Eier und Fisch, also über tierische Nahrungsmittel. Veganer haben daher einen erhöhten Zinkbedarf, da ihre Nahrung tierische Produkte nicht zulässt. Auch eine hohe Stressbelastung kann dazu führen, dass der Zinkspiegel abgesenkt wird. Wer unter einer chronischen Magen-Darm-Erkrankung leidet, gehört auch zur Risikogruppe der Patienten mit einem Zinkmangel. Richten Sie sich in einem solchen Falle an ihren behandelnden Arzt und sprechen Sie die zusätzliche Einnahme von Zinkpräparaten mit ihm ab.

Fazit

Ob die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll ist oder nicht, das sollten Sie nicht dem Zufall oder der eigenen Einschätzung überlassen. Richten Sie sich dazu an den behandelnden Arzt, der die nötigen Tests einleiten kann, den Status ihrer Versorgung untersuchen und die Behandlung individuell auf Sie abstimmen kann. Viele der im Handel befindlichen Sportlernahrungen oder Vitaminpräparate sind Nahrungsergänzungsmittel. Nehmen Sie dies wörtlich: Sie ergänzen eventuell Ihre Ernährung, aber sie können niemals als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung angesehen werden. Manche Präparate sind sehr hoch dosiert und fallen daher unter das Arzneimittelgesetz. Diese müssen auch verschrieben werden und werden nur in Apotheken angeboten. Es gibt Stoffe, deren hohe Dosierung sehr gefährliche Folgen haben kann. Wichtig dabei ist es auch, dass Sie grundsätzlich einen Überblick über Ihre Ernährung haben und nicht versehentlich zu viel von bestimmten Stoffen zuführen. Es gibt Stoffe, die einfach so wieder ausgeschieden werden und wo eine zu hohe Dosierung nicht ins Gewicht fällt. Es gibt aber auch Vitamine wie das Vitamin A und das Vitamin D, die fettlöslich sind und nicht über den Urin wieder ausgeschieden werden.

Achten Sie beim Kauf von Nahrungsergänzungsmitteln auf die folgenden Punkte:

  • Glauben Sie nicht alles, was die Werbung verspricht
  • Nehmen Sie nicht mehrere Präparate zusammen ein
  • Ziehen Sie grundsätzlich Ihren Arzt oder Heilpraktiker zu Rate, wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihnen ein Stoff fehlt
  • Denken Sie auch an Medikamente, die Sie einnehmen, denn es kann Wechselwirkungen oder Unverträglichkeiten geben
  • Versuchen Sie, eine Information von eine4r unabhängigen Stelle zu erhalten über die Wirkung des Präparates
  • Halten Sie unbedingt die empfohlene Tagesdosis ein und erhöhen Sie diese nicht eigenmächtig. Gerade hier gilt: Viel hilft nicht viel!
  • Seien Sie besonders vorsichtig, wenn Sie die Präparate aus dem Ausland beziehen. Es herrschen international unterschiedliche Richtlinien zu Zusatzstoffen und Produktdichte